Patrick
Graichen:
KOMMUNALE ENERGIEPOLITIK UND DIE UMWELTBEWEGUNG. Eine Public-Choice-Analyse der
"Stromrebellen" von Schönau. 2003.
Campus Verlag, Frankfurt. Mannheimer Beiträge zur politischen
Soziologie und positiven politischen Theorie, Band 7. 315 Seiten, kartoniert
ISBN: 3-593-37352-1
39,90 EURO

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Zum
Autor:
Dr. rer.pol. Patrick Graichen hat die Arbeit im Jahr 2002 als Dissertation eingereicht. Er
ist aktuell als Umweltökonom im Bundesumweltministerium tätig im Referat
"Internationaler Klimaschutz, globale Umweltkonventionen". Zum Buch:
Die wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Abhandlung beschäftigt sich mit der Frage,
warum in politischen Entscheidungsprozessen sich manche Energieversorgungssysteme
durchsetzen und andere nicht. Der Autor hat für diese Frage eine Entscheidung auf
kommunaler Ebene beleuchtet und zur Analyse sowohl ein rein theoretisches Konzept (die
Public-Choice-Theorie) als auch eine konkrete Fallstudie (die Stromversorgung der Gemeinde
Schönau/Schwarzwald) herangezogen. Der "Fall" Schönau war dabei aus
wissenschaftlicher Sicht in doppelter Hinsicht interessant, da einerseits ein
Entscheidungsprozeß zu einem Einzelthema über mehrere Jahre entwickelt wurde incl.
zweier Bürgerentscheide und andererseits sich eine Umweltinitiative in einer
wirtschaftlichen Angelegenheit gegen ein bis dahin amtierendes Monopolunternehmen
durchsetzen konnte.
Nach Einführung in Geschichte und heutige Rahmenbedingungen der Energiepolitik in
Deutschland sowie theoretischen Ausführungen zur Entstehung von Umweltinitiativen geht
das Buch auf die Akteure an energiepolitischen Entscheidungen auf kommunaler Ebene ein und
stellt ihre grundsätzlichen Interessen und Handlungsoptionen dar. Das Kapitel über den
Rent-Seeking-Contest, in welchem die Entscheidungsvariablen in mathematische Formeln
eingesetzt werden, wird dem in dieser Hinsicht nicht wissenschaftlich vorgebildeten Leser
weitgehend unverständlich bleiben. Den Hauptteil des Buches bildet die ausführliche
Darstellung der Entstehungsgeschichte der Schönauer Stromnetzübernahme, der beteiligten
Akteure sowie des Wahlkampfes zum Bürgerentscheid. Sehr interessant sind hier die
häufigen Verweise und Anmerkungen zu strategischen Überlegungen und Maßnahmen der
Akteure in der jahrelangen Auseinandersetzung. Abschließend werden die Erfolgsfaktoren
der Umweltinitiative von Schönau klar herausgearbeitet und auf dieser Basis sowie dem
Abgleich mit den vorangestellten Theorien grundsätzliche Thesen formuliert, unter welchen
Bedingungen Umweltaspekte in kommunalen Entscheidungen erfolgreich sein können.
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